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Besonderheiten bei der Installation von Windows 7

Der Installationsvorgang
Bei der Installation von Windows wird meist mehrfach gebootet. Würde die Installation immer von CD/DVD starten, käme es zu einer Endlosschleife - denn es würde bei jedem Bootvorgang immer wieder von der CD/DVD gebootet. Deshalb läuft der Bootvorgang von einer Windows-Installations-CD/DVD so: Zuerst wird von der CD/DVD gebootet. Dann wird geprüft, ob sich auf der Festplatte eine "aktive" Partition befindet (egal, ob sich ein bootfähiges Betriebssystem darin befindet oder nicht). Wenn eine "aktive" Partition auf der Festplatte vorhanden ist, dann erscheint für kurze Zeit eine Meldung: "Drücken sie eine Taste um von CD/DVD zu booten". Wird keine Taste gedrückt, wird anschließend versucht von der "aktiven" Partition von der Festplatte zu booten.
Befindet sich keine "aktive" Partition auf der Festplatte, dann erscheint keine Meldung: "Drücken sie eine Taste um von CD/DVD zu booten". Es wird dann direkt von der CD/DVD gebootet.
Dieses Verhalten macht Sinn: Meist befindet sich bei der Erstinstallation keine "aktive" Partition auf der Festplatte - dann wird sofort direkt von der CD/DVD gebootet. Wenn während der Installation neu bebootet wird, erscheint zwar kurz die Meldung: "Drücken sie eine Taste um von CD/DVD zu booten", aber wenn zu diesem Zeitpunkt keine Taste gedrückt wird, läuft die Installation von der Festplatte weiter.

Wo wird der Bootmanager von Windows 7 installiert ?
Windows 7 installiert immer seinen eigenen Bootmanager. Der Bootmanager von Windows 7 besteht lediglich aus der Datei "bootmgr". Die Daten für das Bootmenü werden aus der Datei "\boot\BCD" nachgeladen. Damit der Bootmanager überhaupt gestartet wird, wird der Bootsektor der Partition überschrieben. Dieser Bootsektor enthält dann den Verweis auf den Bootmanager "bootmgr". Da sich im "Master Boot Record" der Festplatte (MBR) noch ein fremder Bootmanager befinden "könnte", wird dieser MBR kurzerhand ebenfalls überschrieben.

    Der Bootmanager von Windows 7 kann sich an drei unterschiedlichen Stellen befinden:
  1. In einer fremden, vorhandenen Windows-Installation - z.B. in einer vorhanden Windows XP oder Vista Installation
  2. In einer eigenen, kleinen 100 Mb Partition
  3. In der eigenen Partition - zusammen mit Windows 7

A. In einer fremden, vorhandenen Windows-Installation - z.B. in einem vorhanden Windows XP oder Vista Installation - wird sich der Bootmanager von Windows 7 installieren, wenn diese "aktiv" ist; also wenn von dieser gebootet wird. Bei Windows XP setzt sich der Bootmanager "vor" den XP-Bootmanager. Wird also die XP-Partition gebootet, dann startet zuerst der Bootmanager von Windows 7 ("bootmgr"). Wählt der Benutzer im Bootmenü "Windows 7" aus, wird direkt Windows 7 gestartet. Wählt der Benutzer hingegen die "Frühere Windows Version" aus (also "Windows XP"), wird anschließend erst der Bootmanager von Windows XP gestartet ("ntldr"). Das Starten des XP-Bootmanagers bleibt meist unbemerkt, denn wenn ein Bootmanager (egal ob "bootmgr" oder "ntldr") nur einen Bootmenüeintrag hat, taucht kein Bootmenü auf.

B. In eine eigene, kleine 100 Mb Partition installiert sich der Bootmanager von Windows 7 wenn keine andere Windows-Partition "aktiv" ist und man Windows 7 in einen freien, unpartitionierten Bereich installiert. Also wenn man Windows 7 völlig freie Hand läßt.

C. In der eigenen Partition - zusammen mit Windows 7 - wird der Bootmanager von Windows 7 nur installiert, wenn keine andere Windows-Partition "aktiv" ist und man Windows 7 in einen vor-partitionierten Bereich (NTFS) installiert.

Hier mal ein Beispiel:

Auf einer Festplatte befindet sich eine Vista-Installation, die aber nicht aktiv ist:

Verwendet man die Partitionierungsfunktion der Installationsroutine wird man schon dort darauf hingewiesen, daß eine zusätzliche Partition für Systemdateien erstellt wird:

Dann wird also eine separate 100 Mb Partition erstellt
in der sich dann der Bootmanager von Windows 7 befindet:

Wenn man manuell mit dem Programm "diskpart" eine neue Partition erstellt, dann unterbleibt die separate 100 Mb Partition. Dazu startet man mit "Shift + F10" die "Eingabeaufforderung" und anschließend das Partitionierungsprogramm "diskpart". Mit "list disk" kann man sich die vorhandenen Festplatten anzeigen lassen. Mit "select disk X" wählt man die gewünschte Festplatte aus. Und mit "create partition primary" erstellt man eine neue Partition, die den gesamten vorhanden Festplattenspeicherplatz nutzt:

(Mit "create partition primary size=40000" könnte man auch eine kleinere, z.B. 40 Gb Partition anlegen)

Aktualisiert man anschließend die Anzeige dann sieht man, daß nur eine Partition angelegt wurde. In diese kann man nun Windows 7 installieren. Es wird dann keine zusätzliche 100 Mb Partition angelegt und der Windows 7 Bootmanager befindet sich dann in der Windows 7 Partition.

Und noch ein zusätzlicher Effekt tritt auf: Wird der Bootmanager in eine andere Partition geschrieben, dann erscheint diese andere Partition nicht mehr als Laufwerk im Windows Explorer. Dieses Laufwerk scheint dann nicht mehr vorhanden zu sein:

In der "Computerverwaltung" -> "Datenträgerverwaltung" sieht man dann aber, daß das Laufwerk sehr wohl vorhanden ist. Nur: Das Laufwerk hat keinen Laufwerksbuchstaben zugewiesen bekommen:

Mit einem Rechts-Klick auf das Laufwerk kann man dem Laufwerk aber einen eigenen Laufwerksbuchstaben zuweisen - und dann erscheint es auch wieder im Windows Explorer:

Ein wenig komplizierter wird es, wenn Windows 7 auf eine zweite Festplatte installiert wird:
Befindet sich auf der ersten Festplatte eine "aktive" Windows Partition, dann wird der Bootmanager von Windows 7 auf diese "aktive" Partition der ersten Festplatte installiert. Das Windows 7 auf der zweiten Festplatte hat dann keinen eigenen Bootmanager (kein "bootmgr"). Wird später mal die erste Festplatte ausgebaut oder wird die Bootreihenfolge der Laufwerke verändert, so daß zuerst von der zweiten Festplatte gebootet wird, so hat die Windows 7 Installation auf der zweiten Festplatte keinen Bootmanager und kann somit nicht gestartet werden. Aber mit Hilfe einer Windows 7 Boot-DVD kann der fehlende Bootsektor und Bootmanager nachträglich eingerichtet werden. Anleitung siehe hier.

    Befindet sich auf der ersten Festplatte keine "aktive" Windows Partition, dann gibt es drei Möglichkeiten:
  1. Ist noch ausreichend freier, unformatierter Platz auf der ersten Festplatte, dann legt Windows 7 auf der ersten Festplatte seine 100 Mb Partition an, aktiviert sie und hinterlegt dort seinen Bootmanager.
  2. Ist kein unformatierter Platz mehr auf der ersten Festplatte, dann aktiviert Windows 7 auf der ersten Festplatte die erste Windows Partition und hinterlegt dort seinen Bootmanager.
  3. Ist keine aktivierbare Windows Partition auf der ersten Festplatte vorhanden (z.B. nur Linux-Partitionen und/oder nur versteckte Partitionen), dann verweigert Windows 7 die Installation:

Im Grunde macht dieses Verhalten Sinn: Wenn auf der ersten Festplatte kein Bootmanager installierbar ist, der dann auf die zweite Festplatte zum Windows 7 weiterleitet, kann die Installation nicht vollständig erfolgen, da bei der Installation mehrmals gebootet wird.

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